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Schwerpunkt · Nacken & Kiefer

Tinnitus durch HWS und Kiefer

Das Rauschen oder Pfeifen wird lauter, wenn Sie den Kopf drehen oder die Zähne zusammenbeißen? Dann können Nacken und Kiefer am Tinnitus beteiligt sein. Nach der Abklärung beim HNO-Arzt untersuche und behandle ich diesen Zusammenhang gezielt.

Dr. Nika Heidari erklärt einer Patientin am Tisch die Zusammenhänge anhand eines Buches

Auf einen Blick

Typisch
Ohrgeräusch, das sich mit Kopf- oder Kieferbewegungen verändert
Häufig dabei
Nackenverspannung, Zähneknirschen, Druck im Kiefergelenk
Vorher abklären
Hörtest und Untersuchung beim HNO-Arzt
Ersttermin
50 Minuten, ohne Überweisung

Beschwerden

Tinnitus vom Nacken: wann die HWS mitspielen kann

Fachleute sprechen vom somatosensorischen Tinnitus. Er lässt sich durch Bewegungen oder Druck auf Muskeln beeinflussen. Diese Hinweise sprechen dafür.

  • Geräusch ändert sich bei Kopfbewegunglauter, leiser oder in der Tonhöhe anders
  • Geräusch ändert sich beim Kieferschließenetwa beim Zusammenbeißen oder Gähnen
  • Gleichzeitig NackenbeschwerdenVerspannung, Schmerz, eingeschränkte Drehung
  • Zähneknirschen oder Kieferpressenoft nachts, morgens fester Kiefer
  • Druckgefühl am Ohrohne Befund im Ohr selbst
  • Schwankt mit Stress und Haltungstärker nach langen Tagen am Schreibtisch

Ursachen

Tinnitus durch HWS und Kiefer: was dahinterstecken kann

Im Hirnstamm laufen die Signale aus dem Ohr und die Signale aus Nacken- und Kiefermuskulatur eng zusammen. Sind Nacken oder Kiefer dauerhaft gereizt, kann das die Wahrnehmung eines Ohrgeräuschs verstärken oder verändern. Das erklärt, warum manche ihren Tinnitus durch eine Kopfbewegung lauter oder leiser machen können.

Nicht jeder Tinnitus hat diese Ursache. Häufig spielt das Gehör selbst die Hauptrolle. Deshalb steht am Anfang immer die Untersuchung beim HNO-Arzt mit Hörtest. Wenn dort ein Zusammenhang mit Nacken oder Kiefer vermutet wird oder das Ohr unauffällig ist, kann eine manuelle Behandlung ein sinnvoller nächster Schritt sein.

Häufige Begleitumstände

Verspannter NackenKieferpressenZähneknirschenBildschirmarbeitStressFrühere Verletzung der Halswirbelsäule

Dr. Nikas Einordnung

Tinnitus ist nicht gleich Tinnitus

Bei den meisten Ohrgeräuschen spielt das Gehör die Hauptrolle. Es gibt aber eine Form, bei der Nacken und Kiefer mitwirken. Das Hörzentrum im Hirnstamm bekommt nicht nur Signale aus dem Ohr, sondern auch aus dem Trigeminusnerv, der den Kiefer versorgt, und aus den Nerven des oberen Nackens.

Ein einfacher HWS-Tinnitus-Test: Verändert sich Ihr Ohrgeräusch, wenn Sie den Kopf drehen oder die Zähne zusammenbeißen? Dann lohnt es sich, Nacken und Kiefer genauer anzuschauen.

Ob tatsächlich ein Zusammenhang besteht, lässt sich aus diesem Test allein aber nicht ableiten. Häufig heißt es bei Ohrgeräuschen nur: Sie haben Stress. Die Lösung liegt für mich in der ganzheitlichen Betrachtung, also darin, körperliche und seelische Ursachen zusammen anzuschauen.

Aus der Praxis

Eine Patientin Ende dreißig hatte seit vier Wochen zunehmende Kopf- und Nackenschmerzen. Bei Bewegungen der Halswirbelsäule hörte sie links ein Ohrgeräusch. Erst auf Nachfrage erzählte sie von einem zweistündigen Zahnarzttermin sechs Wochen zuvor. Kiefer, Kaumuskeln und obere Halswirbelsäule standen deshalb im Mittelpunkt der Untersuchung.
Fallbeispiel, anonymisiert. Jeder Verlauf ist individuell.

Literatur Michiels et al. (2018, 2021), Bousema et al. (2018), Skog et al. (2019). Die vollständigen Titel ergänzt Dr. Heidari vor Veröffentlichung.

In meiner Praxis

Tinnitus durch HWS: Untersuchung und Behandlung

Der Ersttermin dauert 50 Minuten. Bringen Sie gern vorhandene Befunde, Arztbriefe und Bilder mit.

  1. Gespräch

    Seit wann, wie klingt es, was verändert das Geräusch, welche HNO-Befunde gibt es?

  2. Untersuchung

    Halswirbelsäule, Kopfgelenke, Kiefergelenk und Kaumuskulatur.

  3. Behandlung

    Sanfte Techniken an Nacken und Kiefer, Lösen der Muskulatur.

  4. Plan

    Übungen für zu Hause, bei Bedarf Zusammenarbeit mit Zahnarzt oder HNO.

Warnzeichen

Bitte zuerst anderweitig abklären

Ohrgeräusche sollten immer zuerst beim HNO-Arzt angeschaut werden. Bei diesen Zeichen ist eine schnelle Abklärung wichtig. Bei Zeichen mit „Sofort“ rufen Sie bitte den Notruf 112.

  • Plötzliche Hörminderung oder Taubheitsgefühl im OhrSofort
  • Tinnitus mit Schwindel, Lähmung oder SehstörungenSofort
  • Pulsierendes Geräusch im Takt des HerzschlagsZeitnah
  • Tinnitus nur auf einer Seite, zusammen mit schlechterem HörenZeitnah
  • Ohrenschmerzen, Ausfluss aus dem Ohr oder FieberZeitnah

Häufige Fragen

Gut zu wissen

Ist Tinnitus durch die HWS heilbar?

Das kann ich nicht versprechen. Wenn Nacken oder Kiefer beteiligt sind, werden die Geräusche bei manchen leiser oder seltener. Ob das bei Ihnen wahrscheinlich ist, kann ich nach der Untersuchung besser einschätzen.

Brauche ich vorher einen HNO-Befund?

Ja, das ist wichtig. Ein Hörtest und die Untersuchung des Ohrs gehören an den Anfang. Bringen Sie die Befunde gern mit.

Was hat der Kiefer damit zu tun?

Kiefergelenk und Kaumuskeln liegen direkt neben dem Ohr und sind mit dem Nacken eng verbunden. Pressen oder Knirschen kann Ohrgeräusche verstärken.

Wie schnell sollte ich bei neuem Tinnitus handeln?

Kommt ein Tinnitus plötzlich, vor allem mit schlechterem Hören, gehen Sie bitte zeitnah zum HNO-Arzt. Eine manuelle Behandlung ist dann nicht der erste Schritt.

Kann Tinnitus durch die HWS kommen?

Bei manchen Menschen ist das möglich. Fachleute sprechen dann vom somatosensorischen Tinnitus. Ob das bei Ihnen zutrifft, lässt sich erst nach der HNO-Abklärung und einer Untersuchung von Nacken und Kiefer einschätzen.

Tinnitus und Kiefer: Welche Übungen helfen?

Übungen zur Entspannung von Kiefer und Nacken können unterstützen, etwa den Kiefer bewusst locker lassen und den Nacken sanft mobilisieren. Welche für Sie passen, zeige ich Ihnen im Termin.

Porträt von Dr. med. Nika Heidari

Mehr über

Dr. med. Nika Heidari

Studium in Hamburg am UKE, Promotion in der Neurologie, Wurzeln in der Allgemeinmedizin. Weiterbildungen in Chirotherapie / Manueller Medizin, TUINA, osteopathischen Techniken und Sportmedizin. Seit 2016 Teamärztin in der Jugend der Hamburg Towers, selbst ehemalige Basketballerin. Selbstständig seit 2023, eigene Praxis in Winterhude seit 2025.

Diese Seite informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche Untersuchung.

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